Neues aus der SoLaWi Anlage

Besinnliche Wildbienenpflege

Wir hoffen, ihr seid gesund und erfolgreich in das Neue Jahrzehnt gestartet!

Mit einer kleinen Verspätung möchten wir noch von unserem Wildbienen- und Weihnachtsevent im Dezember berichten. Nicht nur, weil es sehr schön war, sondern auch, weil wir wieder eine Menge dabei gelernt haben! Am Wochenende vor Weihnachten haben wir uns auf dem Hof getroffen, um die Wildbienenpuppen und die Nistkästen für das nächste Jahr vorzubereiten

Wildbienen auf dem Bio-Hof

So schön blüht es im Sommer in der Anlage.

Ein wichtiger Teil des Bioland-Betriebes ist die Wildbienenpflege. Um die Population auf den Obstanlagen zu stärken, wurden schon im Frühjahr und Sommer verschiedene Maßnahmen ergriffen. Zwischen den Bäumen und am Rand der Anlagen wachsen Blühstreifen voller nahrhafter, heimischer Wildblumen. Am Rande der Anlagen haben wir im letzten Jahr außerdem noch blühstarke und aromatische Kräuter wie Lavendel, Bohnenkraut, Salbei und Melisse gepflanzt und hunderte von Blumenzwiebeln gesetzt. Damit die Bienen auch Orte zum Nisten haben, wurden auf allen Feldern Nistkästen aufgestellt und -gehängt und Erdhaufen angeschüttet. So hoffen wir, ein breites Spektrum an Wildbienenarten auf den Anlagen zu halten.

Die Mauerbiene

Die rote Mauerbiene
© André Karwath aka Aka [CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)]

Eine Wildbienenart, die uns besonders am Herzen liegt, ist die Mauerbiene. Sie ist für die Bestäubung von Obstbäumen ideal, weil sie schon bei geringeren Temperaturen fliegt als die Honigbiene und eine deutlich höhere Leistung erbringt. Die Mauerbiene ist eine solitär lebende Bienenart. Das heißt, sie lebt nicht im Volk, sondern für sich allein. Nach der Paarung sammelt sie fleißig Pollen und legt diese zusammen mit einem Ei an einen engen Ort (zum Beispiel in die Gänge unserer Nistkästen). Anschließend verschließt sie das Gelege mit einer Trennwand aus Lehm. Dahinter legt sie das nächste Ei, Pollen und Wand und so fort, bis der Gang voll ist. Aus den Eiern schlüpfen nach kurzer Zeit Larven, die sich an den Pollen sattfressen, sich verpuppen und im nächsten Frühjahr als junge Bienen schlüpfen.

Die Pflege

Um die Population zu stärken, werden jedes Jahr im Dezember die Nistkästen vom Feld geholt und die Puppen gereinigt. Hört sich verrückt an, dient aber einem wichtigen Zweck: So können wir die jungen Bienen vor schädigenden Milben schützen. Und wir erhalten einen Eindruck, wie groß der Bienenbestand im nächsten Jahr sein wird.

Die Nistkästen werden aus ihren Schutzhüllen – große, mit Hasendraht verschlossene Kisten – herausgenommen und zerlegt. Jeder Kasten besteht aus mehreren MDF-Brettchen mit tiefen Einkerbungen. In diese Kerben haben die Bienen im vorigen Jahr ihre Eier gelegt, die sich über den Herbst verpuppt haben. Die Puppen entfernen wir vorsichtig mit einem flachen Schraubenzieher und reinigen die Bretter von Pollenresten.

Im Anschluss werden die Puppen gewaschen und getrocknet, um Schädlinge wie Milben zu entfernen. Sie dürfen nun im Kühlhaus bei 8°C überwintern. In den Nistkästen fanden wir noch einige andere Insekten und es war ein reges Rätselraten, wen wir da aus dem Winterschlaf geweckt hatten.

Wenn die Temperaturen draußen wieder steigen, werden die Bienen auf die Felder gebracht, wo sie von der Sonne geweckt werden. Mit ihnen werden auch die Nistbrettchen in ihren Schutzkisten aufgestellt. Damit die neue Generation wieder einen sauberen Ort zur Eiablage hat, werden die Brettchen vorher noch intensiv gereinigt und abgeflammt.

Wir freuen uns schon darauf, im Frühjahr die Mauerbienen zwischen den Obstblüten fliegen zu sehen!

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